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Michaels Kampf mit dem Drachen

Object type:Druckgrafik
Artist:
Dürer, Albrecht
Date:1497 - 1498
Measures:B: 27,8 cm, H: 38,5 cm (Blatt)
Material:Papier
Technique:Holzschnitt
Style:Frührenaissance
?Und es war ein großer Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Auch der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht durchsetzen und es blieb ihnen am Himmel kein Raum mehr? (Offenbarung 12,7-8). Das Heer des Erzengels erhebt sich über einer bereits niedergeworfenen Schlangenbrut. Dass es sich bei dem Drachen und den Seinen ebenfalls um Engel handelt, ist nur an deren stark zerzausten und entstellten Flügeln zu erkennen, mit denen sie gerade noch in der Lage sind, sich in der Luft zu halten. ?Hinabgestürzt wurde der große Drache, die alte Schlange, die der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen? (Offenbarung 12,9). Michael und seine Engel bilden eine geschlossene Kampfeinheit. Zu Seiten des stehenden Erzengels schließen sich ihm seine drei Mitstreiter unmittelbar an, als ob sie Erweiterungen seiner Flügel wären. Der Engel mit dem Bogen, der aus dem unteren Teil von Michaels Gewand hervorzutreten scheint, trägt edelsteinbesetzte Manschetten, ein Diadem im Haar und über seiner Brust ein mit Kreuzen verziertes Pallium, Verweise auf das irdische König- und Priestertum und das königliche und priesterliche Amt Christi. Oben üben zwei Engel mit Schwertern das Richteramt aus. Michael und seine Engel nehmen Funktionen Christi wahr, indem sie den Satan und das Böse zu Fall bringen. Dieser besitzt seinen hässlichen Bestien gegenüber kräftige, menschenähnliche Oberarme mit angespannten Muskeln. Doch vermag weder er noch sein widriges Heer dem Erzengel und seinen Kämpfern gefährlich zu werden. Die echsen- und fledermausähnlichen, gehörnten Wesen bilden eine schmale, aufgelöste Zone zwischen der dominanten Gruppe um Michael und der Erdlandschaft, die sie fast schon berühren. Noch ist diese still und menschenleer; bald wird sie mit den zu Fall gebrachten Teufeln besetzt sein und mit den Menschen, von denen diese Dämonen Besitz ergriffen haben.

Lit: nach Ulrich Kuder, in: Ausst.-Kat. Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kunsthalle zu Kiel 2004.

Literature:
  • Kuder, Ulrich / Bärbel Manitz / Walter Sparn: Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kiel, 2004

Inventory Number: 1925-SHKV 343

Signature: bezeichnet (u. Mitte: AD)


Iconographie:     
Offenbarung des Johannes