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Herkules kämpft mit den Trojanern

Object type:Druckgrafik
Artist:
Beham, Hans Sebald
Date:1545
Measures:B: 7,8 cm, H: 5,2 cm (Blatt)
Material:Papier
Technique:Kupferstich
Style:Renaissance
In der tumultartigen Szene sitzt Herkules auf einem sich aufbäumenden Pferd und holt mit einem pfeilartigen Speer zum Stoß aus. Sein Ziel ist der Trojaner, der ihm entgegenprescht und seinerseits einen Baumstamm mit Wurzeln als Lanze benutzt. Zwischen ihnen steigt ein drittes Pferd mit Reiter auf, dessen Zugehörigkeit zu einer der beiden Parteien nicht mit Gewissheit bestimmt werden kann. Anders verhält es sich bei den beiden Fußsoldaten, die Herkules und dem Trojaner folgen, um ihre jeweilige Seite zu unterstützen. Der Kampf tobt schon seit einiger Zeit, denn ein trojanischer Reiter ist bereits gefallen, sein Pferd liegt ebenfalls am Boden.
Anlass des Feldzuges gegen die Trojaner war die Untreue des trojanischen Königs Laomedon. Dieser hatte Herkules seinen rechtmäßigen Lohn für die Vernichtung eines Seeungeheuers vorenthalten. Unverrichteter Dinge musste Herkules Troja zunächst verlassen, doch kehrte er später mit 18 Schiffen und einem Heer der besten Männer zurück, verwüstete Troja und tötete Laomedon.
Innerhalb des Kampfgetümmels nimmt Herkules keine exponierte Stellung ein, sondern hat sein Erkennungszeichen, das Löwenfell, ablegt und als Pferdedecke gebraucht. Deshalb kommt es fast zu einer Verwechslung mit seinem ebenfalls behelmten Gegner Laomedon, der durch einen Umhang und Beinschienen als Herrscher charakterisiert ist. Um die Rangfolge zwischen Herkules und Laomedon wiederherzustellen und eine Verwechslung auszuschließen, legt Beham dem König einen ausgerissenen Baumstamm in die Hand. Diese barbarische Waffe deklassiert ihn gegenüber Herkules, der eine geschmiedete Waffe verwendet.

Lit: nach Birger Ohrt, in: Ausst.-Kat. Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kunsthalle zu Kiel 2004, S. 104.

Literature:
  • Kuder, Ulrich / Bärbel Manitz / Walter Sparn: Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kiel, 2004

Inventory Number: A.B. 106

Signature: bezeichnet (u. r. auf einer Tafel: H S B)

Signature: datiert (u. l.: 1545)

Signature: bezeichnet (o. Mitte auf einer Tafel: HERCVLES MVLTIS BELLIS LACESSIT TROIAM [Herkules fordert in vielen Kämpfen Troja heraus])


Iconographie:     
griechische Heldensagen