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Großbreitenbacher Porzellan
Objektbezeichnung:Kaffeekanne
Sachgruppe:Kaffee- und Teegeschirr
Hersteller:Großbreitenbacher Porzellanmanufaktur
Ort:Großbreitenbach
Datierung:Ende 18. Jahrhundert
Maße:H: 22,5 cm, B: 12 cm
Material:Porzellan
Johann Gotthilf Greiner war Glasmacher und Miterfinder des „Thüringer Porzellans“.
Greiner entstammte einer alteingesessenen thüringischen Glasmacherfamilie. Er erfand das Thüringer Porzellan gemeinsam mit seinem Vetter und Schwager Gottfried Greiner. Sein Wirken und das seiner Söhne ist verknüpft mit der Gründung der Porzellanmanufakturen Limbach, Wallendorf, Ilmenau, Großbreitenbach und Kloster Veilsdorf. Seine unternehmerischen Aktivitäten haben die Grundlagen der thüringischen Porzellanfabrikation geschaffen. Die Birnenförmige Kanne mit bis über den Ausguß gezogenem Kannenhals hat Wandung und Deckel mit gebrochenem Stabrelief. Der Ohrenhenkel und der hochgewölbte Deckel mit rundem Knauf ist bemalt. Auf der gesamten Kanne befindet sich eine unterglasurblaue Blumenmalerei in vier Fächern. Diese Kaffeekanne ist mit dem Strohblumenmuster verziert und in den Farben Blau und Weiß gehalten. Dieser etwa Mitte der 1730er Jahre in der Meissener Manufaktur entstandene Dekor, oft auch als Päonien-, Petersilien-, Fadenblumen- oder Blaublümchenmuster bezeichnet, mit dem Hauptornament einer Blume, ist eine freie Abwandlung der „indianischen Blumen“. Anfang der 1740er Jahre erscheint in den Archivalien der Manufaktur Meissen erstmals der Begriff „Stroh-Modell“. In seiner ursprünglichen Form besteht es aus einer Chrysantheme in Seitenansicht, Resten einer Päonie in Aufsicht und einem bizarren Ast, die sich jeweils in vier Feldern wiederholen. Zumeist wurde dieser Dekor, für den es in Meissen spezialisierte Maler gab, auf gerippte Geschirrformen gemalt, wie auch bei diesem Objekt. Neben der Meissener Manufaktur haben auch die Thüringer Manufakturen das Strohblumendekor in Verbindung mit dem Stabrelief verwendet. Im späten 18. und 19. Jahrhundert wurde dieses Muster von vielen weiteren Unternehmen nachgeahmt.
Die Verbreitung der Porzellanherstellung im 18. Jahrhundert brachte auch die Kenntnis der Anwendung der unterglasurblauen Kobaltfarbe mit sich. Neben der Meissener und den Thüringer Manufakturen, waren Blaudekore mit Ostasiatischen Motiven, Fels- und Vogel-Muster oder auch das Dessin „Blaue deutsche Blume“ besonders für Berlin, Fürstenberg und Kopenhagen kennzeichnend.

Inventarnummer: 112a

Signatur: Porzellanmarke (Unterseite Boden: dreiblättriges Kleeblatt)

Abbildungsrechte: Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais