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"Gegen Terror und Diktatur" | |
Nicht nur das kleine Format, das grobe, schlechte Papier und die mangelhaften Druckfarben, sondern auch die auf den Wahlplakaten angesprochenen Themen verweisen auf die große Not der Nachkriegszeit. Obwohl die Nutzung des Plakats als Propagandamedium zur ideologischen Indoktrinierung der Bevölkerung durch die Nationalsozialisten noch allgegenwärtig war, warben die 1945 zugelassenen demokratischen Parteien mit Plakaten für die Kommunal- und Landtagswahlen 1946, 1947 und 1948 und die erste Bundestagswahl 1949. Der Schock über die nationalsozialistische Herrschaft und die grauenhaften Verbrechen saß ebenso tief wie die traumatischen Kriegserlebnisse. Auf den Wahlplakaten dominierten Aufrufe zu Humanität und Frieden sowie zum Wiederaufbau. Vor allem die linken Parteien versuchten, bedingt durch ihre Geschichte und den Widerstand gegen das NS-Regime, als Garant für die Freiheit zu werben. Die zumeist sehr einfach gestalteten Plakate knüpften formal an die Sprache der politischen Plakate der 1920er und 30er Jahre an. Das in den Farben Schwarz und Rot gestaltete Plakat trifft mit dem Motiv der Faust, die eine Peitsche mit roten Geißeln hält, eine eindeutige Aussage: Auf die nationalsozialistische Diktatur darf nicht kommunistischer Terror stalinistischer Prägung folgen.
Inventarnummer: 49/1996

