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"An die heimkehrenden Soldaten"
Sachgruppe:Herrschaft / Verwaltung
Kriegswesen / Militär
Politische Organisationen / Parteien
Datierung:1918
Maße:64 x 92,4 cm
Technik:Farbdruck
Der Aufstand der Matrosen der Hochseeflotte in Kiel und Wilhelmshaven im November 1918 bedeutete das Ende des Kaiserreiches. Innerhalb kürzester Zeit hatte der Aufstand das ganze Land erfasst, und die Forderungen nach der Abdankung des Kaisers und einer Umwandlung Deutschlands in eine demokratische Republik wurden immer lauter. Als die Revolution die Hauptstadt Berlin erreichte, war es oberstes Ziel der SPD, sich an die Spitze der Revolution zu stellen, um diese in gemäßigte Bahnen zu lenken und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern. Die ersten Wochen der Revolution waren geprägt von einem Kampf um die Macht zwischen den Überresten der alten staatlichen Gewalt - Armee und Verwaltung -, den gemäßigten Kräften der Sozialdemokratie und den linksrevolutionären Gruppen um den Spartakusbund. Am Ende gelang es den gemäßigten Kräften, sich durchzusetzen. SPD und USPD hatten bereits am 10. November den "Rat der Volksbeauftragten" gebildet, der als provisorische Regierung von dem Berliner Arbeiter- und Soldatenrat bestätigt wurde. Zur Beruhigung der angespannten Lage und der revolutionären Massen wurden zahlreiche Ordnungsappelle und Arbeitsaufrufe an die Bevölkerung gerichtet. Die Wiedereingliederung der von der Front zurückkehrenden Soldaten in die Gesellschaft und Friedenswirtschaft stellte eines der wesentlichen Anliegen der provisorischen Regierung dar. Traumatisiert durch das Erlebnis des Krieges, fühlten sich viele Soldaten fremd im zivilen Leben. Sie kehrten zurück in ein von Not und Entbehrung gezeichnetes Land, von dem sie kaum etwas zu erwarten hatten außer Arbeitslosigkeit. Aus Sicht der Regierung stellten die Soldaten eine nicht unerhebliche Quelle möglicher Unruhen dar, die die junge Demokratie gefährdeten. In beschwörenden Aufrufen wandte sich daher der "Rat der Volksbeauftragten" an die heimkehrenden Soldaten und mahnte zu Ruhe und Ordnung.

Inventarnummer: 59/1996