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Biographie | |
Auf der documenta IX (1992) wurden einige Bilder aus der Serie "Lack of memory" des norwegischen Malers Olav Christopher Jenssen ausgestellt und fanden erstmals bei einem größeren Publikum Beachtung. Jenssen ist ein Maler, der seit Beginn der neunziger Jahre zumeist in großen Werkfolgen - und innerhalb dieser an mehreren Bildern gleichzeitig - arbeitet. Dabei wirken sie so unterschiedlich, dass erst auf den zweiten Blick die gemeinsame Handschrift und der innere Zusammenhang der Bilderzyklen "Lack of memory" (48 Bilder, entstanden zwischen 1990 und 1992, jeweils 275 x 255 cm groß), "Since we all came from the same place" (1994), "Once" (ab 1995, nummeriert "Once" First - Fortieth Time) und "Biographie" (ab 1996) erkennbar wird.
Oft werden die Bilder mit der nordischen Herkunft des Malers und der dortigen Landschaft in Verbindung gebracht. Sie zeigen jedoch keine nordische Weite, erstrecken sich nicht horizontal in die Tiefe, sondern arbeiten vertikal mit dem Raum, indem mindestens zwei, normalerweise drei transparent wirkende Farb-Raumschichten übereinander gelagert werden. Diese erwecken den Eindruck, weit über den Bildraum in den Realraum hinein zu reichen und verweisen gleichzeitig auf eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Malerei.
Mit der Werkfolge "Biographie" schlägt Jenssen einen neuen Weg ein. In dem Kieler Bild dieser Gruppe (1998) stehen die Farben, die nun einer ganz anderen Palette angehören, als grelles Geflecht horizontaler und vertikaler Strukturen auf der in mehreren Schichten und mit viel Weiß übermalten Leinwand. Obwohl sie einen flirrenden Farbkörper bilden, ist dieser jedoch wiederum ohne Tiefenraum. Durch den virtuosen Umgang mit Spatel und Pinsel wird die Farbe so aufgetragen, bzw. teilweise auch wieder abgekratzt, dass ein Farbrelief entsteht, welches den Eindruck von geballter Energie, Hektik, aber auch Brutalität noch verstärkt. Spätestens hier lässt sich nicht mehr an Norwegen denken, sondern eher an die Lichter und die Atmosphäre einer Metropole.
Lit: Erwerbungen 1990-2000, Kunsthalle zu Kiel und Schleswig-Holsteinischer Kunstverein, Kiel 2000, S. 149, 150.
Literatur:
Oft werden die Bilder mit der nordischen Herkunft des Malers und der dortigen Landschaft in Verbindung gebracht. Sie zeigen jedoch keine nordische Weite, erstrecken sich nicht horizontal in die Tiefe, sondern arbeiten vertikal mit dem Raum, indem mindestens zwei, normalerweise drei transparent wirkende Farb-Raumschichten übereinander gelagert werden. Diese erwecken den Eindruck, weit über den Bildraum in den Realraum hinein zu reichen und verweisen gleichzeitig auf eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Malerei.
Mit der Werkfolge "Biographie" schlägt Jenssen einen neuen Weg ein. In dem Kieler Bild dieser Gruppe (1998) stehen die Farben, die nun einer ganz anderen Palette angehören, als grelles Geflecht horizontaler und vertikaler Strukturen auf der in mehreren Schichten und mit viel Weiß übermalten Leinwand. Obwohl sie einen flirrenden Farbkörper bilden, ist dieser jedoch wiederum ohne Tiefenraum. Durch den virtuosen Umgang mit Spatel und Pinsel wird die Farbe so aufgetragen, bzw. teilweise auch wieder abgekratzt, dass ein Farbrelief entsteht, welches den Eindruck von geballter Energie, Hektik, aber auch Brutalität noch verstärkt. Spätestens hier lässt sich nicht mehr an Norwegen denken, sondern eher an die Lichter und die Atmosphäre einer Metropole.
Lit: Erwerbungen 1990-2000, Kunsthalle zu Kiel und Schleswig-Holsteinischer Kunstverein, Kiel 2000, S. 149, 150.
Literatur:
- Ronte, Dieter (Hrsg.) / Kunstmuseum Bonn (Hrsg.): Time Paintings. Olav Christopher Jenssen., Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2003
- Ermacora, Beate (Hrsg.) / Hans-Werner Schmidt (Hrsg.): Erwerbungen 1990-2000. Kunsthalle zu Kiel der Christian-Albrechts-Universität. Schleswig-Holsteinischer Kunstverein, Hamburg: Christians Verlag, 2000
- Kunstnernes Hus, Oslo (Hrsg.): Olav Christopher Jenssen - Lack of Memory, Oslo, 1992
- Kestner Gesellschaft Hannover (Hrsg.): Olav Christopher Jenssen - Bilder 1990-1994, Hannover, 1995
Inventarnummer: 1061
Signatur: bezeichnet und datiert (a. d. Rückseite: olav christopher Berlin 1998)
Signatur: bezeichnet und datiert (a. d. Rückseite: olav christopher Berlin 1998)
| Ikonographie: | Abstrakte Ideen / Konzepte |

