Benutzerkonto erstellen
 
Deutsch
Name des Museums
Titel des Bildes
Zur letzten Objektsuche Zum Album hinzufügen

Stilleben mit Teller und Pfeife
Objektbezeichnung:Gemälde
Sachgruppe:Malerei
Künstler:
Ahlers-Hestermann, Friedrich
Datierung:1961
Maße:H: 33 cm, B: 52 cm
Material:Leinwand
Technik:Öl
Stil:Neue Sachlichkeit
Stillleben begleiteten durch alle Zeiten hinweg das Schaffen des Hamburger Malers Friedrich Ahlers-Hestermann. Sie hatten für ihn keine narrative Funktion, sondern verkörperten seine rein formal-ästhetische Auffassung, was die betont formale Konzeption der Arrangements aus Einzelformen, definiert durch Fläche, Umriss und Farbe, belegt. Die Stillleben waren dem Maler eine Äußerungsform zur Klärung kompositorischer und malerischer Fragen. Während seine Motivwahl in den 1920er Jahren im Bereich traditioneller Blumen- und Früchtestillleben changierte, lassen sich die Arbeiten der 1960er Jahre derartigen Gruppen nicht mehr zuordnen. Durchweg aber befinden sich die Stillleben Friedrich Ahlers-Hestermanns in einem Spannungsfeld zwischen ästhetischen Neuerungen des 20. Jahrhunderts und dem Festhalten an einer überholten Kunstform. Die Bildwirklichkeit, die dem Betrachter geboten wird, ist der Phantasie des Künstlers entsprungen, weshalb er für diesen Werkbereich den Terminus "imaginäres Stillleben" einführte. Sowohl der horizontale Bildausschnitt als auch die Motive wiederholen sich und unterscheiden sich durch geringfügige Variationen. Immer wieder arrangiert der Künstler auf einer Tischplatte die Papierrolle, den Briefumschlag oder auch den Teller. Im vorliegenden Bild werden diese Gegenstände durch eine Pfeife, einen Bleistift und ein Tischtuch ergänzt. Der Hintergrund hat eine zwischen den Gegenständen vermittelnde Funktion und wird häufig gegliedert. Das Gefüge mutet geometrisch-konstruktiv an, da sowohl die Flächen einer geometrischen Teilung unterzogen wurden, als auch horizontale und diagonale Einzellineaments sich in das Bild schieben, so dass sich Flächen und Linien immer wieder überlagern. Ein harmonisches Gleichgewicht beherrscht die Komposition. Runde und eckige Formen wechseln sich ab, während Diagonalen, wie der Pfeifenschaft, der Briefumschlag oder die Rolle die raumschaffende Wirkung verstärken, welche durch den perspektivischen Ausschnitt des Tisches subtil vorgegeben ist. Inhaltlich sind die Gegenstände nicht näher zusammenhängend, geben jedoch eine individuelle Wirklichkeit des Ahlers-Hestermanns wieder und reflektieren seine Sammlung liebgewonnener, erinnerungswürdiger Gegenstände.
Q.: Anke Manigold: Der Hamburger Maler Friedrich Ahlers-Hestermann 1883-1973 - Leben und Werk, Hamburg 1986, S.149-151.

Literatur:
  • Manigold, Anke (Hrsg.): Der Hamburger Maler Freidrich Ahlers-Hestermann 1883-1973. Leben und Werk, Hamburg, 1986

Inventarnummer: 1071

Signatur: bezeichnet und datiert (o. l.: F. Ahlers-Hestermann / 61)

Abbildungsrechte: Kunsthalle zu Kiel


Ikonographie:     
Stilleben