| Zur letzten Objektsuche | Zum Album hinzufügen |
|
|
|
|
Römisches Ghetto I | |
Hans Peter Feddersen eröffnet den Blick auf ein Haus an einer Straßenecke mit großem offenem Torbogen. Der Betrachter bekommt Einblick in einen dunklen Raum, in dem allerlei Stoffe und Teppiche hängen, ebenso wie rechts vor dem Eingang. Auf der linken Seite, in einem weiter hinten liegenden Bereich der düsteren Gasse befindet sich ein Durchgang, der zu einer gleißend hell sonnenbeleuchteten Straße führt. Die Ölstudie entstand während einer Reise nach Italien, die Feddersen 1877 unternahm. Anders als die übrigen Künstler der letzten 100 Jahre hatte Feddersen ein ambivalentes Verhältnis zu Italien. In Briefen schildert er, dass ihn die meisten Städte kaum beeindruckt hätten und er nur wenig Inspiration fände. Aus Rom heißt es: "Italien ist mir fast zu schön,??, seine Schönheit ist blendend, strahlend und stellenweise berauschend. Daher findet man hier nicht jenen stillen innigen Reiz, wie ihn der Norden und Deutschland überhaupt bietet". Im Hinblick auf diese Aufzeichnungen und unter Kenntnis seines übrigen Früh- und Spätwerkes erscheint es nachvollziehbar, dass Hans Peter Feddersen sich nicht für die imposanten Panoramen Italiens interessierte. Auf dieser Reise entstand nicht ein einziges ausgeführtes Landschaftsgemälde, dafür aber zahlreiche kleine Studien von Plätzen, Gassen, Trödelläden, ähnlich der vorliegenden Ansicht. Gereizt hat ihn hier das "malerische Zusammenwirken des menschlichen Treibens mit seiner Umgebung, Architektur, Meer und Luft usw. im Einzelnen" (Kunsthalle zu Kiel, Kiel 1979, S.48). Feddersen arbeitet verstärkt mit Hell-Dunkel-Kontrasten, lichtet Schatten auf, lässt flirrende Lichtreflexe über Oberflächen gleiten und verwandelt sie in bunte Farbfelder. Mit seiner Behandlung von Licht und Schatten schafft er Gegensätze ohne die farbliche Harmonie zu stören. Seine malerischen Erkenntnisse werden zusätzlich angereichert mit einem unbefangeneren und großzügigeren Pinselduktus. Die betont handschriftlich wirkenden, eilig behandelten Studien der Italienreise offenbaren eine wichtige Facette der künstlerischen Persönlichkeit Hans Peter Feddersens: Das Vermögen, Gesehenes spontan und in hochkonzentrierter Form in der Darstellung zu binden. (Marta Wrage M.A.)
Q.: Kunsthalle zu Kiel: Hans Peter Feddersen - Ein Maler Schleswig-Holsteins, Kiel 1979, S. 48-49;
L.Martius, E. & H.J. Stubbe: Der Maler Hans Peter Feddersen - Leben, Briefe, Gemäldeverzeichnis, Neumünster 1966, S. 115.
Literatur:
Q.: Kunsthalle zu Kiel: Hans Peter Feddersen - Ein Maler Schleswig-Holsteins, Kiel 1979, S. 48-49;
L.Martius, E. & H.J. Stubbe: Der Maler Hans Peter Feddersen - Leben, Briefe, Gemäldeverzeichnis, Neumünster 1966, S. 115.
Literatur:
- Schleswig-Holsteinischer Kunstverein (Hrsg.): Hans Peter Feddersen, Kleiseer Koog. Jubiläums-Ausstellung. Ausstellung Kunsthalle zu Kiel, Nov.- Dez. 1928, 1928
- Sedlmaier, Richard (Hrsg.): Kunsthalle zu Kiel. Katalog der Gemäldegalerie, Kiel, 1958
- Martius, Lilli / Ethe Stubbe / Hans-Jürgen Stubbe: Der Maler Hans Peter Feddersen. Leben. Briefe. Gemäldeverzeichnis, in: Lilli Martius (Hrsg.) / Ethe Stubbe (Hrsg.) / Hans-Jürgen Stubbe (Hrsg.), Studien zur Schleswig-Holsteinischen Kunstgeschichte, 10, Neumünster: Wachholz Verlag, 1966
- Kunsthalle zu Kiel. Katalog der Gemälde. bearb. v. Johann Schlick, 1973
- Jensen, Jens Christian (Hrsg.): Hans Peter Feddersen: ein Maler in Schleswig-Holstein. Ausstellung Kunsthalle zu Kiel, 15.06. - 26.08.1979, Kiel: Kunsthalle zu Kiel, 1979
Inventarnummer: 447
Signatur: bezeichnet und datiert (u. l.: F. 77, Ghetto Roma)
Signatur: bezeichnet (a. d. Rückseite verdeckt: Römisches Ghetto, Studie I, No 16)
Abbildungsrechte: Kunsthalle zu Kiel
Signatur: bezeichnet und datiert (u. l.: F. 77, Ghetto Roma)
Signatur: bezeichnet (a. d. Rückseite verdeckt: Römisches Ghetto, Studie I, No 16)
Abbildungsrechte: Kunsthalle zu Kiel
| Ikonographie: | Stadt, Stadtansicht (Vedute) |

