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Lictus bringt Herkules das Nessusgewand

Objektbezeichnung:Druckgrafik
Sachgruppe:Druckgrafik
Künstler:
Beham, Hans Sebald
Datierung:um 1544
Maße:B: 7,9 cm, H: 5,3 cm (Blatt)
Material:Papier
Technik:Kupferstich
Stil:Renaissance
Herkules steht auf einer erhöhten Bühne vor einer Renaissancearchitektur, deren Halbsäulen ihn rahmen. Er hat die typische raumgreifende Haltung eines Herrschers eingenommen. Das Löwenfell hat er abgelegt und sich locker über den Arm gehängt. Der Bote Lictus, viel kleiner als Herkules, schleift das Gewand, das er Herkules entgegenstreckt, auf dem Boden. Der sterbende Kentaur Nessus, der Herkules? Geliebte Deianira entführt hatte und daraufhin von dessen Pfeil tödlich getroffen wurde, empfahl ihr sterbend, sein Blut zu sammeln, weil es ein Liebeselexier sei. Daher schickte sie Herkules, als dieser sich in Iole verliebte, ein mit dem Blut des Nessus getränktes Gewand. Als Herkules es anlegte, verband sich der Stoff unlösbar mit seiner Haut, in die sich das Blut wie Säure einbrannte. Wahnsinnig vor Wut und Schmerz erschlug er daraufhin Lictus, den Überbringer des Gewandes. Beham zeigt Herkules auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seine riesige Gestalt sprengt sogar die Ordnung der Architektur hinter ihm. Doch zugleich vollzieht sich der Umschlag des Momentes vollkommener Herrschaft in einen Zustand völliger Machtlosigkeit. Im Hintergrund zeigt Beham noch einmal Herkules, der Lictus nach der Übergabe des Hemdes in rasendem Zorn verfolgt. Herkules werden Leiden aufgebürdet, die an die Passion Christi erinnern.

Lit: nach Birger Ohrt, in: Ausst.-Kat. Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kunsthalle zu Kiel 2004, S. 105.

Literatur:
  • Kuder, Ulrich / Bärbel Manitz / Walter Sparn: Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kiel, 2004

Inventarnummer: A.B. 103

Signatur: bezeichnet (o. r.: DEIANIRA NESSI VESTEM / PER LICHAM SERVVM HE / CVLI MITTIT; / H S B [Deianira schickt Herkules das Nessusgewand durch den Sklaven Lictus])


Ikonographie:     
griechische Heldensagen