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Tafelaufsatz

Objektbezeichnung:Tafelaufsatz
erweiterte Objektbezeichnung:Tafelaufsatz aus Silber, Bernstein und Bronze
Sachgruppe:Tafelzubehör
Künstler:Stumpf & Sohn
Ort:Danzig
Datierung:Anfang 20. Jahrhundert
Maße:H: 64 cm, Gewicht: 3900 gr
Material:Silber
Bernstein
Bronze
Technik:Mischtechnik
Die ortsgebundene Beziehung zu Danzig drückt sich in der Form der gefußten Schale aus, in deren Mitte der aus geschwärzter Bronze gefertigte Neptun mit dem Dreizack auf einem Säulenstumpf steht und sich mit redender Gebärde dem Betrachter zuwendet. Die Grundform der Schale und die Figur sind, wenn auch auf spiegelverkehrte Weise, dem großen Renaissancebrunnen vor dem berühmten Artushof auf dem Langen Markt in Danzig nachempfunden. Allein 50 Münzen zieren den Tafelaufsatz. Davon sind 18 Münzen in den Schalenrand eingelassen, darunter an Ketten hängend 16 und die den Schaft zu Zweiergruppen auf jeder der acht Seiten schmücken nochmals 16 Münzen. Diese 50 Münzen tragen Profilköpfe von preußischen Würdenträgern. Die von Akanthusblättern umrahmten großen Bernsteineinlagen am Fuß der Schale überdecken kleine, gravierte Stadtansichten von Danzig. Diese und die Perlenschnüre aus Bernstein, die den Schmuckfries des Tafelaufsatzes bereichern, betonen den Bezug dieser Silberschmiedearbeit zu Danzig. Wo seit dem Mittelalter Bernstein als heimisches Material verarbeitet wurde. Die eingestempelte Werkstattmarke "Stumpf & Sohn zeichnet diesen Tafelaufsatz als eine Arbeit der in Danzig bekanntesten Silberschmiedewerkstatt aus. Eine Arbeit der Danziger Goldschmiedewerkstatt "Stumpf & Sohn um 1900 bis 1914. In dieser Zeit hat Danzig seine Zugehörigkeit zu Deutschland, im Besonderen zu Preußen sehr bewußt empfunden. So ist auch dieser Tafelaufsatz als ein ausgesprochen politischer Kunstgegenstand zu verstehen, der die Zugehörigkeit der Stadt Danzig zu Deutschland dokumentiert. Die Familie Stumpf war seit 1807 als Goldschmiede in Danzig tätig. Seit 1895 gab es das Geschäft "Moritz Stumpf & Sohn", wobei der Sohn "Erich Stumpf" 1908 Obermeister der Goldschmiedeinnung war. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Fertigung solcher Prunkgegenstände eingestellt.

Literatur:
  • Pelka, Dr., Otto: Bibliothek für Kunst- u. Antiquitätensammler. Bernstein, 18, in: Bibliothek für Kunst- u. Antiquitätensammler (Hrsg.), Berlin, Berlin: Richard Carl Schmidt & Co, 1920
  • von Hase, Ulrike: Schmuck in Deutschland und Österreich 1895-1914. Symbolismus - Jugendstil - Neohistorismus, in: München, lfd. Nr. 465, München: Prestel-Verlag
  • Thieme/Becker, : Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. von der Antike bis zur Gegenwart, 1-37, in: Hans Vollmer (Hrsg.), Leipzig, 19/20, Leipzig: E. A. Seemann, 1926/27, Nachdruck 1999, S. 288

Inventarnummer: L124

Signatur: gemarkt

Abbildungsrechte: Museum HAUS HANSESTADT DANZIG


Ikonographie:     
Kunsthandwerk, Kunstgewerbe, Industriedesign