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Blockeisen
Objektbezeichnung:Blockeisen
erweiterte Objektbezeichnung:Presseisen, Schneidereisen
Datierung:19. Jahrhundert
Maße:B: 7 cm, L: 23,6 cm, H: 15,5 cm
Material:Eisen
Technik:gegossen
Blockeisen mit angeschmiedetem Griff

Bei dem Block- oder Presseisen handelt es sich um ein massives Bügeleisen mit einem rechteckigen Bügelkörper, der vorne meistens in einer Spitze endet. Das ursprünglich handgeschmiedete Volleisen wurde ab Ende des 18. Jh. in Serien gegossen und erst durch das elektrische Bügeleisen vollends abgelöst. Eine Besonderheit stellte der ausklinkbare Wechselgriff dar, der bereits bei den handgeschmiedeten Eisen vereinzelt in primitiver Weise montiert und im Verlauf der Zeit verfeinert wurde. Um 1900 setzte eine regelrechte Welle von Patentanmeldungen für verschiedene Wechselgriffmechanismen, die nun ebenfalls in Serie produziert wurden, ein. Zu den patentierten Verfahren zählten u.a. Ösen- und Schraubenverschlüsse.
Der Vor- und gleichzeitig auch Nachteil des Blockeisens stellte sein beträchtliches Gewicht dar. Mit dem Blockeisen ließen sich die schweren Wollstoffe plätten oder Nähte und Knopflöcher ausbügeln. Auf Grund seines enormen Gewichts wurde das Blockeisen jedoch fast ausschließlich von Männern bedient und gehörte zur Arbeitsausstattung des Schneiders. Mit dem Aufkommen der Massenkonfektion wurde es auch in den sog. Zwischenmeistereien verwendet. Diese in der zweiten Hälfte des 19. Jh. aufkommenden Kleinstbetriebe übernahmen nach Vorgabe des sog. Konfektionärs das Zuschneiden der Stoffe sowie das Zusammennähen und Zwischenbügeln der einzelnen Teile.

Das vorliegende Modell aus Gußeisen besitzt einen angegossenen Griff und stammt aus einer holsteinischen Privatsammlung, die dem Volkskunde Museum 2006 geschenkt wurde.

Inventarnummer: 2010VK83

Abbildungsrechte: Volkskunde Museum Schleswig