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So 19.04.2009 - So 18.04.2010 [Geschichte/Kulturgeschichte] |
Ausstellung: Fundort Priene - Alltag und Fest in einer griechischen Stadt Die Ausstellung haben Studierende des Faches Klassische Archäologie an der CAU unter Anleitung von Prof. Dr. Frank Rumscheid und Dr. Joachim Raeder in einjähriger Arbeit vorbereitet. Dazu wurden zahlreiche Exponate zusammengetragen, die sonst nicht öffentlich zugänglich in den Magazinen der Antikensammlung, des Münzkabinetts und der Inscriptiones Graecae in Berlin ruhen.
Die heute bekannten Ruinen, die vom städtischen Zentrum des griechischen Stadtstaates Priene ausgegraben wurden, liegen im Mündungsgebiet des Flusses Mäander in der heutigen Westtürkei. Nachdem ein älterer Standort aufgegeben worden war, wurde die Stadt hier gegen 350 v. Chr. nach einem streng rationalen Plan neu angelegt.
Wenig später hat der berühmte Architekt Pytheos mit dem Haupttempel der Stadt, der der Athena geweiht war, ein Meisterwerk ionischer Architektur entworfen. Den Bau, der erst nach über 300 Jahren abgeschlossen werden konnte, finanzierte zwischenzeitlich sogar Alexander der Große. Der Tempel wird durch originale Architektur-Fragmente, Gipsabgüsse und vor allem eine zeichnerische Rekonstruktion seiner Nordwestecke im Maßstab 1 : 1 präsentiert. Skulpturen und Kleinfunde zeugen von anderen öffentlichen Heiligtümern, in denen jeweils eigene Kultfeste begangen wurden, aber auch von Religiosität in privatem Rahmen.
Dem Alltag sind zahlreiche Funde aus den hellenistischen Wohnhäusern zuzuordnen, für die Priene heute ebenso bekannt ist wie für seinen Athena-Tempel. Ein Erdbeben konservierte gegen 140/130 v. Chr. Baustrukturen und Ausstattung in den westlichen Wohnvierteln, deren Befunde danach nie mehr durch einen Wiederaufbau gestört wurden. Diesen hochinteressanten Fundzusammenhängen im "Pompeji Kleinasiens", die bei den Grabungen der Berliner Museen von 1895 bis 1899 nur unzureichend dokumentiert wurden, sind auch die neuen Forschungen gewidmet, die Prof. Rumscheid und sein Kieler Grabungsteam seit 2008 in Priene durchführen und deren erste Ergebnisse ebenfalls in der Ausstellung vorgestellt werden.
Die interessantesten Steininschriften Prienes, die direkte Auskunft über das städtische Leben geben, macht die Ausstellung in Abklatschen zugänglich, die mit Papier von den Originalen genommen wurden und mit Umschriften, Übersetzungen und allgemein verständlichen Kommentaren versehen zum Lesen in einem Posterordner bereitgehalten werden. Wer die Stadt Priene noch intensiver erforschen und mehr über die Grabungsgeschichte erfahren möchte, kann in der Ausstellung ein interaktives Informations-Terminal benutzen, in dem neben Texten zahlreiche Pläne, Rekonstruktionen und Photographien abrufbar sind.
| | | | | Veranstaltungsstätte: | Antikensammlung | | Ort: | Kiel | | Straße: | Düsternbrooker Weg 1 | | Link: | www.museen-sh.de/... | E-Mail: | antikenslg@klassarch.uni-kiel.de | | Telefon: | 0431/8805758 | | Öffnungszeit: | di, do-fr 10-18, mi 10-20, sa-so 10.30-18 |
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