Tapisserie "Vertumnus und Pomona" / "Merkur übergibt den jungen Bacchus an die Nymphen", Flandern 18. Jh.
In der ca. 6,5m breiten Tapisserie sind zwei voneinander unabhängige Szenen miteinander verwoben:
Linker Hand versucht der römische Gott Vertumnus (Gott der Jahreszeiten) die Gärtnerin Pomona zu verführen. In Gestalt einer älteren Frau nähert er sich Pomona, die sich um ihre Ernte kümmert. Mit einer rührseligen Geschichte erreicht Vertumnus, dass Pomona sich ihm aufmerksam zuwendet. Ohne zu wissen, dass es sich um einen ungewollten Verehrer handelt, bietet sie ihm Kirschen und Pfirsichscheiben aus ihrem Obstkorb an. Die Erzählung geht auf Ovids Metamorphosen zurück (XIV, 623 ff).
Rechter Hand tritt der Gott und Götterbote Merkur an eine Gruppe Nymphen heran. Er überreicht der sitzenden Nymphe ein Baby. Es handelt sich um den jungen Bacchus, Gott des Weines. Als unehelicher Sohn des Göttervaters Jupiter soll er vor der Göttermutter Juno versteckt werden.
Im waldigen Hintergrund der Szenen ist ein Schloss mit opulenten Wasserspielen zu sehen.
>> Für die zeitliche und ikonographische Einordnung danken wir Alice Bernadac und Emilie Szymski, Conservatrices de la Cité internationale de la Tapisserie, Aubusson.
Undatierte Fotografien lassen vermuten, dass alle vier Tapisserien der Stiftung Schloss Eutin urpsrünglich das Bildprogramm des ehemaligen Audienzzimmers des (Groß-)Herzogs im EG bildeten.
(SB 2025)