Datering:
1925
Mål:
49,5 x 34,3 cm
Teknik:
Farbdruck
Emnegruppe:
Öffentlichkeit und Gemeinwesen
Herrschaft / Verwaltung
Politische Organisationen / Parteien
Leverende institution:
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum - Stadtmuseum Warleberger Hof
Das politische Plakat entwickelte sich in der Weimarer Republik zu dem wichtigsten und einflussreichsten Medium der Propaganda, das alle Parteien ausgiebig nutzten. Anlässlich der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 nutzten die nominierten Parteien erstmals das Bildplakat, um sich den Wählern vorzustellen. Fast alle Parteien bedienten sich auf ihren Plakaten einer reichen allegorischen Bildsprache und erzählenden Vortragsweise, mittels derer sie ihre politische Botschaft transportierten. Dabei nutzte jede Partei ihre eigene Symbolik, abgestimmt auf das politisch-weltanschauliche Reflektionsniveau ihrer Wählerschaft. Besonders in den Wahljahren nahm die Plakatproduktion gewaltige Ausmaße an. Einen Höhepunkt bildete hierbei sicherlich die Wahl zum Reichspräsidenten 1925. Bei der Wahl traten im zweiten Wahlgang von den ursprünglich sieben Kandidaten nur noch drei gegeneinander an: der ehemalige Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, aufgestellt von der Deutschnationalen Volkspartei, Wilhelm Marx, Kandidat der "Weimarer Koalition", und Ernst Thälmann, Vorsitzender der KPD. Da den Kommunisten der Unterschied zwischen dem adligen Hindenburg und dem bürgerlichen Marx zu gering erschien, entschieden sie sich für Thälmann als eigenen Kandidaten. Auf dem für Thälmann werbenden Plakat wird die narrative Vortragsweise deutlich. Dieses Plakat richtete sich an die Frauen, die seit dem 18. November 1918 durch einen Beschluss des "Rats der Volksbeauftragten" auch das Recht zu wählen besaßen. Sie stellten ein riesiges neues Stimmenpotential dar, das die Parteien durch eine gezielte Ansprache für sich zu gewinnen suchten. Eine im Mittelpunkt des Plakats stehende Frau fällt dem mit gezücktem Säbel und ausgestreckten Revolver von hinten heranstürmendem Soldat in die Arme, um so weitere Kriege und sinnloses Sterben zu verhindern. Der Kampf der KPD richtete sich unter anderem gegen die angeblich reaktionären Kräfte von Militär, Adel und Bürgertum, die sie für Krieg und Not verantwortlich machte - auf dem Plakat durch den Typus des reaktionären Militärs mit Monokel, Schmiss und Säbel versinnbildlicht.
Inventarnummer:
61/1996
Added to portal:
2026-01-30T17:56:58Z
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