Die Bischofsbowle gehört zu den im späten 18. Jahrhundert populären „sprechenden Gefäßen“: ihre Form bildet den Inhalt ab, in diesem Fall das Getränk „Bischof“. Dabei handelt es sich um einen Punsch, der seinen Namen der roten Farbe verdankt, die an den Habit von Bischöfen erinnert. Das Bowlengefäß in Form einer Mitra („Bischofsmütze“) ist Ausdruck antikatholischer Satire: Seinen Ursprung hatte der Bischof in der Kopenhagener Papstgesellschaft, einem Trinkclub, der seine Gelage in Anlehnung an katholische Liturgie zelebrierte. Das Dekor zeigt Reiter- und Trinkszenen, die Anregung zu Gesprächen gaben, sowie ein paar Zutaten des Bischofs, wie Weintrauben für den Wein und eine Zitrone.
Fayence-Bischofsbowlen sind eine Besonderheit nordeuropäischer Manufakturen und sehr selten. Das Landesmuseum besitzt drei Exemplare, von denen dieses das aufwendigste ist.