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Jüdischer Gebetsspruch aus einem Türpfosten

Industriemuseum Elmshorn CC BY-SA 4.0
Objektbezeichnung:
Mesusa
Datierung:
Ende 19. Jahrhundert
Maße:
Werk: Länge: 7,3 cm; Breite: 1,5 cm
Material:
Metall
Papier
Technik:
beschrieben
Sachgruppe:
Religion/Glaube
Judaismus
Jüdische Zeremonialobjekte
Bereitstellende Institution:
Industriemuseum Elmshorn
Schmales, lackiertes Metallgehäuse mit Wandhalterung, das an der Rückseite aufschiebbar ist und ein zusammengerolltes Schriftstück enthält. Durch ein rundes Loch auf der Vorderseite ist das Pergamentblatt zu sehen.
Mesusa (auch Mezuzah oder Mesusah) bedeutet im Hebräischen Türpfosten und bezeichnet eine Schriftkapsel, die an Türpfosten von jüdischen Häusern angebracht wird. Ihre Verwendung geht auf zwei Abschnitte in der Tora zurück: "Du sollst die Worte, die ich dir heute sage, schreiben an die Pfosten deines Hauses und an Deine Türe" (5. Mosche 6,9 und 11,20). Der vollständige Toratext wird auf die Vorderseite des Pergamentpapiers geschrieben, auf der Rückseite steht das Wort "Shadai". Die beschriebene Mesusa wird aufgerollt und in das Gehäuse gesteckt, so dass das Wort "Shadai" von außen durch die Öffnung lesbar ist. Die Mesusa wird zum Schutz der Bewohner an allen Hauseingängen und Türrahmen in der Wohnung angebracht, Badezimmer und Speisekammer ausgenommen. Für die Anbringung gibt es genaue Vorgaben: Sie muss im obersten Drittel des rechten Türrahmens und mit einer leichten Neigung nach links angebracht werden. Dies ahmt sozusagen die Neigung des Oberkörpers beim Betreten des Raumes nach. Beim Verlassen der Wohnung berührt man die Mesusa mit den rechten Fingerspitzen und führt diese dann zum Mund.
Die bereits im 17. Jahrhundert in Elmshorn gegründete jüdische Gemeinde durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Ihre 1749 erbaute Synagoge fiel in der Reichspogromnacht den Nationalsozialisten zum Opfer, im Flamweg erinnert nur noch ein Gedenkstein an das Gebäude. Alle Elmshorner Juden wurden in der NS-Zeit vernichtet oder vertrieben. Der Friedhof und die 1906 neu erbaute Friedhofshalle sind die einzigen verbliebenen Zeugnisse der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Elmshorns und gehören heute zur Außenstelle des Industriemuseums. In der Halle ist eine Dokumentation über das jüdische Leben in Elmshorn ausgestellt.
Inventarnummer:
A-0943
In Portal übernommen am:
2026-01-30T16:16:06Z

Industriemuseum Elmshorn

Catharinenstraße 1, 25335 Elmshorn

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