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"Kieler Woche 1936"

Sachgruppe:Marine
Öffentlichkeit und Gemeinwesen
Wassersport
Im Jahreslauf
Spielzeug / Spiel / Sport
Wassersport
Wasserfahrzeuge
Künstler:
Anton, Ottomar Carl Joseph
Datierung:1936
Maße:101 x 63,5 cm
Plakative Darstellung einer schlanken Segelyacht vor dem Laboer Ehrenmal kreuzend, leuchtend blauer Himmel und See, darunter auf blauem Grund eine Plakatinschrift, die für die Kieler Woche 1936 wirbt. Die Nationalsozialisten begannen gleich nach der Machtübernahme 1933 die Kieler Woche für eine propagandistische Selbstdarstellung zu nutzen. Hatte die Kieler Woche zu Zeiten der Weimarer Republik stark an Bedeutung verloren, so erlebte sie 1934 einen neuen Höhepunkt. 1936 fand die Kieler Woche direkt im Anschluß an die Olympischen Segelwettbewerbe statt. Der Hamburger Grafiker Ottomar Anton, der zahlreiche Produkt-Werbeplakate gestaltete, entwarf für beide Veranstaltungen die Plakate. Im Stil des Berliner Sachplakats - Einsatz weniger Farben, Beschränkung von Details, Vereinfachung der Formen und flächige Gestaltung - zeigen Antons Arbeiten eine Konzentration auf das Wesentliche des Motivs. Ihm gelang mit beiden Plakaten eine zeitlos zu nennende Darstellung des Segelsports, die den Betrachter noch heute durch die Eleganz der Linienführung und den hohen Grad der Ästhetisierung anzusprechen vermag. Die "Modernität" dieser Plakate bildet einen deutlichen Kontrast zu den Produkten nationalsozialistischer Propaganda und steht eher in einer Linie mit der avantgardistischen Kunst der Weimarer Republik. Diese wurde allerdings von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert, wobei besonders der Funktionalismus des Bauhauses als "Stil des Internationalismus" und somit als "undeutscher" Stil eine Ablehnung erfuhr.

Inventarnummer: 124 b/1985