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"Behm-Echolot"

Objektbezeichnung:Gemälde
Sachgruppe:Bildwerke / Bildende Kunst
Realismus
Künstler:
Oertel, Eberhard
Datierung:1979
Maße:120 x 101 cm
Technik:Öl / Leinwand
Das Bild des Künstlers Eberhard Oertel zeigt ein Behm-Echolot. Oertel wählt seine Motive vorzugsweise aus der Welt der Technik. "Seine Welt ist die Technik, eine individuell verwandelte Wirklichkeit, ein akzentuierter Realismus als Stilprinzip eigener Prägung. Ihm, der seine Motive einer fetischhaft angebeteten Dingwelt entlehnt, verbinden sich zivilisatorische Errungenschaften mit persönlichen Erinnerungen, mit ureigensten Befürchtungen. Es ist die Angst des Malers vor den Objekten, deren artifizielle Schönheit ihn gleichermaßen fasziniert un beunruhigt." (Hans H. Henseleit, 1981). Charakteristisch für Oertel sind kalte Farben, scharf gezogene Linien und Konturen - Verfahren, durch welche der Künstler die Objektivierung der Gegenstände und der Umwelt in seinen Bildern erreicht. Oertels Arbeiten zeichnen sich durch eine hohe technische Brillianz aus, wobei er sich aber nicht technischer Hilfsmittel wie Schablonen oder Spritzpistolen bedient, sondern sehr konventionell mit Ölfarbe, Haar- und Borstenpinsel auf Leinwand arbeitet. Der Kunsthistoriker Jens Christian Jensen schreibt 1981 über den Künstler Oertel und seine Bilder: "Ihre sachliche und formale Präsenz legt die Unordnung unser Gegenwart bloß und visiert eine technisch durchorganisierte, staubfreie Zukunft an, die frieren macht. [...] Seine Zukunft ist grauenerregend sachlich, von geschlechtsloser Starrheit und gestanzter Eindeutigkeit. [...] Oertels Wille zur Objektivität, die Neutralität und Eindeutigkeit seiner Bilder könnte also sehr wohl verstanden werden als eine überaus künstliche Gegenwart, in der die Technik sowohl als Gegenstand des Bildes als auch als Verfahren des Herstellers von Bildern über die undurchdringliche Vielfalt und vitale Wärme des Lebens triumphiert. Der Maler konfrontiert uns mit der Fiktion einer Vorhölle, aus der sich ein Tor in die Maschinenwelt von Metropolis öffnet." Oertels Stilrichtung ist dem "Imaginären Realismus" zuzurechnen. Der "Imaginäre Realismus" ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Sujets im Stil des Realismus dargestellt werden, in ihrer Anordnung aber, d.h. in Größe oder Themenbezug, in für die menschliche Erfahrung ungewohnter Weise gegenübergestellt werden und das ganze auf diese Weise eine unwirkliche, imaginäre Wirkung erhält.

Inventarnummer: 323/1979